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Vom Ursprung der Naturgesetze

Alle Prozesse, die in unserem Körper stattfinden, wie auch die Phänomene in der Welt um uns herum lassen sich auf einige wenige Grundprinzipien zurückführen, die mit unumstößlicher Zuverlässigkeit und Präzision ihre Wirkung entfalten. So lassen bestimmte Erscheinungsformen auf die ihnen zugrundeliegenden Ursachen schließen, und zugleich läßt sich vorhersehen, daß bestimmte Verhaltensweisen früher oder später die ihnen gemäßen Folgen zeitigen werden. Angesichts der Vollkommenheit dieser Wirkprinzipien oder Naturgesetze, von denen in dieser Serie wiederholt die Rede war, kann man fragen, welchen Ursprung sie haben.

Nach allen bisher gemachten Beobachtungen und gesammelten Erkenntnissen wird wohl kaum ein Leser noch von der Vorstellung ausgehen, daß ein Zufall diese Vollkommenheit hervorgebracht haben könnte. Bei der Suche nach dem Ursprung der Naturgesetze stoßen wir auf verschiedene Erklärungsansätze. So sprechen manche von einem richtungsgebenden Prinzip, welches alles, was existiert, strukturiert und belebt, andere beziehen sich auf eine zur Entwicklung drängenden Kraft. Doch wie kommt man einer Kraft auf die Spur, von der man nichts Genaueres weiß? Was ist das für eine intelligente Kraft, die als Ursprung der vollkommenen Gesetze angeführt wird? Und schließlich: Wer ist der Urheber der Naturgesetze?

Sollte dieser Urheber nicht dieselben Eigenschaften haben wie die Gesetze, die er geschaffen hat, also unbestechlich, vollkommen, gerecht und voller Liebe sein? Also der Schöpfer selbst? In dem Werk "Im Lichte der Wahrheit – Gralsbotschaft" von Abd-ru-shin heißt es hierzu: "… die Naturgesetze sind die ehernen Gesetze Gottes, allen Menschen dauernd sichtbar vor den Augen, eindringlich zu ihnen redend, für des Schöpfers Größe zeugend, von unerschütterlicher, ausnahmsloser Regelmäßigkeit." (Band I, Vortrag "Irrungen")

Wir haben alle schon davon gehört, daß Gott der Schöpfer des Universums ist, aber ist uns auch bewußt, daß er ebenfalls der Urheber der Gesetze ist, welche der Schöpfung zugrunde liegen? Die Gralsbotschaft weist ganz klar darauf hin, daß Gott der Schöpfer der Natur wie auch der Naturgesetze ist und letztere der Ausdruck seines Willens sind.

Gläubige Menschen sind davon überzeugt, daß Gott Liebe und Gerechtigkeit ist, daß er allmächtig ist und ewig. Die Wissenschaftler wiederum haben festgestellt, daß die Kraft, die das Universum belebt, allmächtig und unwandelbar in ihrem Wirken ist. Sprechen die Gläubigen und die Wissenschaftler letztlich von ein und derselben Kraft?

"Wenn viele Glaubensgegner von einer Gottheit heute nichts mehr wissen wollen, so kann dies alles an den Tatsachen nichts ändern", ist in der Gralsbotschaft zu lesen. "Die Leute brauchen nur das Wörtchen ‚Gott' weglassen, sich in die Wissenschaft ernst vertiefen, so finden sie genau dasselbe, nur mit anderen Worten ausgedrückt. Ist es nicht lächerlich, dann noch darum zu streiten?

Um die Naturgesetze kommt kein Mensch herum, niemand vermag dagegen anzuschwimmen. Gott ist die Kraft, die die Naturgesetze treibt; die Kraft, die noch niemand erfaßte, niemand sah, doch deren Wirkungen jedermann täglich, stündlich, ja in den Bruchteilen aller Sekunden sehen muß, empfindet und beobachtet, wenn er nur sehen will […]

Ist es nicht Blindheit, sich dem hartnäckig zu widersetzen, während jedermann, auch diese starren Leugner selbst, das Dasein dieser Kraft bestätigt, anerkennt? Was ist es, das sie hindert, diese anerkannte Kraft nun Gott zu nennen? Ist es kindlicher Trotz? Oder eine gewisse Scham, zugeben zu müssen, daß sie all die Zeit hartnäckig etwas zu verleugnen suchten, dessen Vorhandensein ihnen von jeher klar gewesen ist?

Wohl nichts von alledem. Die Ursache wird darin liegen, daß der Menschheit Zerrbilder der großen Gottheit von so vielen Seiten vorgehalten wurden, denen sie bei ernstem Forschen nicht vermochte beizustimmen." (Im Lichte der Wahrheit – Gralsbotschaft, Band I, Vortrag 6)

Gottgläubige bemühen sich, seine Gesetze zu beachten; ihnen ist klar, daß nur das Befolgen seines Willens – seiner Gesetze – zur Seligkeit führt. Die Wissenschaftler wiederum beachten die Naturgesetze in ihrem Forschen und bei der praktischen Umsetzung der dabei gewonnenen Erkenntnisse, da ihnen bewußt ist, daß nur darin die Gewähr liegt, Erfolg zu haben. Der Autor der Gralsbotschaft äußert sich dazu folgendermaßen:

"Ob Du nun sagst: Ich unterwerfe mich freiwillig den bestehenden Naturgesetzen, weil es zu meinem Wohle ist, oder ob Du sprichst: Ich füge mich dem Willen Gottes, der sich in den Naturgesetzen offenbart, oder: der unfaßbaren Kraft, die die Naturgesetze treibt … ist es ein Unterschied in seiner Wirkung? Die Kraft ist da, und Du erkennst sie an, mußt sie ja anerkennen, weil Dir gar nichts anderes zu tun verbleibt, sobald du etwas überlegst ... und damit anerkennst Du Deinen Gott, den Schöpfer!" (Im Lichte der Wahrheit – Gralsbotschaft, Band I, Vortrag "Das Schweigen")

Naturwissenschaft und Religion – wer hat recht?

Gläubige Menschen beziehen sich auf biblische Texte, um Gott und seinen Willen zu erkennen. Ihr Glaube ergibt sich aus dem Studium dieser Texte, während die Wissenschaftler die Natur – das heißt die Schöpfung Gottes – studieren, um zu erkennen, welche Gesetzmäßigkeiten der Ordnung der Natur zugrunde liegen. Nun gibt es zahlreiche Tatsachen, welche von der Wissenschaft als Gegebenheit erkannt wurden und die auch von jedermann nachgeprüft werden können, die jedoch in eklatantem Gegensatz zu den religiösen Dogmen stehen. Wie ist so etwas möglich? Könnte Gottes Wort tatsächlich im Gegensatz zu seinem Tun – zu seiner Schöpfung – stehen? Religiöse Ansichten können nur dann wahr sein, wenn sie im Einklang mit den Schöpfungsgesetzen stehen. In allen anderen Fällen dürfte es sich um Übertragungs- oder Interpretationsfehler handeln. Dies gilt auch für die Vorstellungen und Anschauungen, die wir vom Leben und von uns haben und die nicht im Einklang mit den Schöpfungsgesetzen stehen. Wenn sie sich nicht in die Logik der Gesetze einfügen, so sind sie falsch.

Demnach ist es unumgänglich zu prüfen, ob die menschlichen Auslegungen der religiösen Überlieferungen im Einklang mit den Schöpfungsgesetzen stehen. Auch darauf weist das Werk "Im Lichte der Wahrheit" hin: "Ihr ehrt Gott nicht damit, wenn Ihr an Dinge blindlings glaubt, die sich mit den Schöpfungsurgesetzen nicht vereinen lassen!" (Im Lichte der Wahrheit – Gralsbotschaft, Band I, Vortrag "Der Stern von Bethlehem")

Man könnte dem entgegenhalten, daß für Gott nichts unmöglich ist und allein die Existenz von Wundern darauf schließen läßt, daß es Gott wohl durchaus möglich ist, auch außerhalb der von ihm gegebenen Naturgesetze zu handeln.

Doch genaugenommen gibt es viele Dinge, welche Gott unmöglich sind, wie beispielsweise ungerecht zu sein oder Schlechtes zu tun! Das Schlechte, das wir um uns beobachten können, kommt nicht von ihm, sondern ist das Ergebnis von falschen, naturgesetzwidrigen Entscheidungen von Menschen, die diese aufgrund ihres freien Willens getroffen haben. Im übrigen läßt die Vorstellung, daß die Schöpfungsgesetze die Wirkungsmöglichkeit Gottes einschränken würden, auf eine Unkenntnis dieser Gesetze schließen. Denn die Schöpfungsgesetze sind ein Ausdruck des göttlichen Willens, sie lassen erkennen, wie sich alles dem Willen Gottes entsprechend entwickeln soll.

Naturgesetze und Wunder – ein Widerspruch?

Sollten die Wunder hierbei eine Ausnahme sein? Unter Wunder versteht man üblicherweise einen Vorgang, der sich außerhalb der normalen Möglichkeiten vollzieht, also außerhalb der ... Schöpfungsgesetze. Man betrachtet Wunder als besondere Gnadenakte, welche das Wohlwollen des Schöpfers einzelnen seiner Kreaturen gegenüber erkennen lassen.

Die Annahme, daß sich Wunder außerhalb der Naturgesetze vollziehen könnten, ist widerlegt durch die Aussage Jesu – der ja viele Wunder vollbrachte –, daß er nicht gekommen sei, die Gesetze aufzuheben, sondern sie zu erfüllen (Matthäus 5, 17). In Wirklichkeit sind Wunder Vorgänge, die in völliger Übereinstimmung mit diesen Gesetzen ablaufen. Das Ungewöhnliche an Wundern ist lediglich die Geschwindigkeit, mit der sich diese Ereignisse vollziehen, was eine besonders intensive Krafteinwirkung erfordert. Unmögliches – das heißt ein Ereignis außerhalb der Gesetze – wird deshalb jedoch nicht möglich!

Der notwendige Heilungsprozeß kann durch die Gegenwart des Gottessohnes oder eines dafür Berufenen ausgelöst und plötzlich beschleunigt werden, so daß Blinde wieder sehen oder Gelähmte ihre Glieder wieder gebrauchen können. Die Heilung kann jedoch nur stattfinden, wenn es sich um eine heilbare Krankheit handelt – heilbar nicht nach damaliger oder heutiger medizinischer Beurteilung, sondern im Rahmen der Möglichkeiten, die die Naturgesetze bieten. Ein Mensch, der seine Augen verloren hat, wird nicht wieder sehen können, ebensowenig wie jemandem ein neues Bein wachsen wird. Dies liegt außerhalb der naturgesetzlichen Möglichkeiten.

Die Auferweckung von Toten, ein scheinbar übernatürliches – und somit außerhalb der Gesetze stehendes – Wunder, verliert alles Geheimnisvolle, wenn man in Betracht zieht, daß der Mensch nicht deshalb lebt, weil sein Körper funktioniert, sondern weil ein immaterieller Geist seinen Körper belebt. Stirbt ein Mensch, so dauert es mehrere Tage, bis sich der Verbindungsstrang zwischen dem Geist und dem Erdenkörper auflöst. Die Auferweckung eines Toten, also das Zurückrufen des Geistes in den Körper, ist jedoch nur möglich, solange diese Verbindung noch besteht. Während dieser kurzen Zeit hat sich der Organismus noch nicht so stark verändert, daß das Wiedereintreten des Geistes in den Körper unmöglich wäre. Allerdings erfordert eine solche Auferweckung eine starke Persönlichkeit, die über die hierfür nötige Kraft verfügt, was bei Jesus zweifellos gegeben war. Es ist bezeichnend, daß die in der Bibel beschriebenen Auferweckungen durchweg kurze Zeit nach dem Tode stattfanden, nie Wochen oder gar Monate danach.

Anders verhält es sich bei der ebenfalls in der Bibel beschriebenen Speisung der Fünftausend. Eine wundersame Vermehrung des Brotes liegt außerhalb der schöpfungsgesetzmäßigen Möglichkeiten, auch Jesus als Gottessohn konnte dies nicht vollbringen. Es ist zu vermuten, daß es sich hierbei um eine einseitig irdische Auslegung handelt, also um eine Verwechslung von irdischem und geistigem Brot. Christus konnte wohl fünftausend Zuhörer mit geistigem Brot – seinem Wort – nähren, jedoch nicht fünf Laib Brot in fünftausend Brote verwandeln.

Mut zum Umdenken!

Vielleicht schreckt so mancher Gläubige davor zurück, die ihm vertrauten Gedankengänge zu verlassen, in der Sorge, daß die Kenntnis der Naturgesetze und eine veränderte Einstellung zu Wundern, welche sich daraus ergibt, der Größe des Schöpfers Abbruch tun könnten. An diese Menschen wendet sich der Autor des Werkes "Im Lichte der Wahrheit" mit folgenden Zuversicht spendenden Worten: "Nun fürchtet nicht, daß dieses Wissen von dem Schöpfer abtreibt, Euch den bisherigen Glauben schwächt. Im Gegenteil! Die Kenntnis dieser ewigen Gesetze, die Ihr nützen könnt, läßt Euch das ganze Schöpfungswerk noch viel erhabener erscheinen, es zwingt den tiefer Forschenden andachtsvoll auf die Knie durch seine Größe." (Im Lichte der Wahrheit – Gralsbotschaft, Band I, Vortrag "Erwachet!")

Daß der Schöpfer immer seinen Gesetzen entsprechend wirkt und nicht willkürlich handeln kann, ist also kein Zeichen von Kleinheit oder Unvollkommenheit – ganz im Gegenteil. Müßte er seine Gesetze ändern oder sie übertreten, so würde dies bedeuten, daß sie unvollkommen sind. Wären sie jedoch unvollkommen, so wäre dies ein Beweis für die Unvollkommenheit Gottes, was selbstverständlich unmöglich ist: Gott ist vollkommen, sonst wäre er nicht Gott.

Wer sein Denken und seine Suche nach Antworten darauf aufbaut, hat die beste Grundlage, die ihn früher oder später ans ersehnte Ziel führen wird: "Gebt Gott die Ehre der Vollkommenheit! Dann findet Ihr darin den Schlüssel zu den ungelösten Rätseln alles Seins." (Im Lichte der Wahrheit – Gralsbotschaft, Band I, Vortrag "Irrungen")

Christopher Vasey

Dieser Artikel basiert sich auf den Kenntnissen der Gralsbotschaft