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Sind Krankheiten eine Strafe?

Angesichts des Leides auf der Welt fragen sich unzählige Menschen, weshalb Gott so viel Kummer und Schmerz zuläßt, weshalb er die Menschheit für ihre Schwächen so hart bestraft. Zweifel an der vielbeschworenen göttlichen Liebe, Güte und Barmherzigkeit kommen auf – zu recht?

Eine Strafe ist eine Sanktion gegenüber einem als verwerflich angesehenen Verhalten. Im Gegensatz zur Belohnung ist sie für den, den sie betrifft, meist unangenehm, denn die Strafe soll eine Verhaltensänderung herbeiführen.

Im öffentlichen Leben entscheidet die Justiz über die zu verhängenden Strafen. Für das Auftreten von Krankheiten machen viele Menschen Gott verantwortlich und gehen davon aus, er würde als Richter über ihr Schicksal bestimmen. Doch Gott greift in das Weltgeschehen nicht willkürlich ein. Maßgeblich für Gesundheit und Krankheit sind die Naturgesetze. So kann man davon ausgehen, daß Krankheiten von den Naturgesetzen ausgelöste Sanktionen oder Rückwirkungen für begangene Fehler sind. Aber wie können wir sicher sein, daß es dabei gerecht zugeht?

Welche Voraussetzungen müssen erfüllt sein, damit ein Urteil als gerecht zu bezeichnen ist? Die Sachlage muß bis ins kleinste Detail bekannt sein, alle mitbestimmenden Faktoren müssen exakt eingeordnet und hinsichtlich ihres Einflusses auf das Ganze korrekt gewichtet werden. Nur so besteht die Chance, daß das zu fällende Urteil weder zu streng noch zu mild ist. Außerdem muß die Strafe einen inhaltlichen Bezug zu der Tat haben. Dadurch erhält der Betroffene Gelegenheit zu erkennen, was er falsch gemacht hat, damit er in Zukunft anders handeln kann.

Gerechtigkeit muß auch beständig sein – unbeirrbar, unveränderlich, frei von Willkür, also völlig objektiv.

Das Wirken der Naturgesetze ist gerecht!

Wie wir feststellen konnten, sorgen die Naturgesetze dafür, daß alles bis ins letzte Detail aufgezeichnet wird, und zwar sowohl das, was von uns ausgeht, als auch das, was auf uns zukommt. Dabei wird zudem die Art und Intensität des Ereignisses minutiös erfaßt – viel genauer, als menschliche Gerechtigkeit dies je vermöchte. Auf unseren Körper übertragen, heißt das, daß die Art der Krankheiten genau mit den Krankheitsursachen übereinstimmen wird: Belastungskrankheiten in Fällen von Überernährung, Nährstoffmangel¬erkrankungen bei Mangelernährung, Fettstoffwechselbeschwerden (Übergewicht, Leberstö¬rungen, Herz- und Kreislaufbeschwerden) bei zu fetter Ernährung usw.

Die Rückwirkungen, die uns auf der körperlichen Ebene treffen, sind vollkommen in Einklang mit der Gerechtigkeit, da sie genau dem Zustand des Körpermilieus entsprechen. Bricht eine Krankheit aus, wenn sich durch Umstellung der Lebensweise das Körpermilieu bereits verbessert hat, so richtet sich die Schwere der Krankheit nach der momentanen Beschaffenheit des Körpermilieus.

Das Gesetz der Wechselwirkung richtet sich nach dem Prinzip: Wie die Saat, so die Ernte – wobei die Saat nicht notwendigerweise aktiv erfolgen muß (wie bei Überernährung oder Tabakkonsum), sondern auch passiver Art sein kann, beispielsweise wenn wir unserem Organismus etwas vorenthalten, dessen er für sein Wohlergehen bedarf.

Die Naturgesetze sind unabänderlich – eine notwendige Voraussetzung für Gerechtigkeit. Auch die Gesetze der Gesundheit, denen unser Körper unterworfen ist, bleiben sich immer gleich. Folglich hängt die Gesundung der Bevölkerung nicht so sehr von der Entdeckung immer neuer Heilmittel oder von hochentwickelten Medizintechniken ab als von einer Lebensweise, die in Einklang steht mit den Gesetzen der Gesundheit. Natürlich können sich die Formen verändern, also neue Krankheiten auftreten, denn Entwicklung ist ein Teil der Natur, allerdings bewegt diese sich stets im Rahmen der Gesetze.

Im Gegensatz zu den unveränderlichen Naturgesetzen werden die von Menschen gemachten Gesetze ständig geändert und sind teilweise nur regional gültig. Die Menschen ändern die Gesetze, um sie ihrem Wollen anzupassen; bei den Naturgesetzen ist es der Mensch, der sich verändern muß, um dem in den Gesetzen verankerten Willen zu entsprechen.

Gegen die Macht der Naturgesetze ist der Mensch völlig machtlos – sie wirken ohne sein Zutun und ohne, daß er sie beeinflussen könnte.

Der Mensch als Bezwinger der Natur?

Dennoch hört man immer wieder, der Mensch habe "die Natur bezwungen". Soll das heißen, daß er in der Lage ist, außerhalb der Naturgesetze zu wirken? Durchaus nicht! Wenn der Mensch sich der Natur überlegen fühlt, weil er zum Beispiel einen Stoff herstellen konnte, den es in dieser Form noch nicht gab, weil es ihm gelang, auf den Mond zu fliegen oder eine Epidemie zu besiegen, so hat er letztlich nichts anderes getan als sich den Gesetzen unterzuordnen – durch genaue Erforschung der Materialeigenschaften, der Schwerkraft oder der Wirkungsweise des Körpermilieus oder der Bakterien. In diesem Sinne äußerte sich auch der englische Philosoph Francis Bacon (1561–1626): "Der Natur befiehlt man nur, indem man ihr gehorcht."

Die Vorstellung, daß Antibiotika in der Lage sind, Infektionskrankheiten zu heilen, ohne daß gleichzeitig das Körpermilieu verbessert wird, ist im Schwinden begriffen. Es konnte nämlich festgestellt werden, daß dem drastischen Rückgang von akuten Krankheiten eine nicht minder drastische Zunahme an chronischen und degenerativen Krankheiten folgte. Dies erklärt sich auf einfache Weise: Da das Körpermilieu nie korrigiert wurde, verschlechtert es sich bei jeder herkömmlichen Behandlung weiter: Die Toxine werden nicht ausgeleitet, sondern nur zurückgedrängt, und es kommen stets weitere hinzu.

Braucht die Natur "eine Chance"?

Der Ausspruch, man solle doch der "Natur eine Chance" geben, verleitet zu der irrigen Annahme, wir Menschen könnten die Natur retten. Dabei verkennen wir die allgewaltige Macht der Naturgesetze. Denn alles, was sich nicht im Sinne dieser Gesetze vollzieht oder sich diesen sogar entgegenstellt, wird von der ihnen innewohnenden Macht vernichtet.

Die Trennung in das, was in den Schöpfungsgesetzen schwingt und daher stark und lebensfähig ist, und andererseits in das nicht Lebensfähige, Schwache, bezeichnet man als "natürliche Auslese". Diese wirkt nicht nur – wie allgemein angenommen – in der Tier- und Pflanzenwelt, sondern auch beim Menschen. Durch seine Unkenntnis im bezug auf die Naturgesetze und seine zunehmend naturwidrige Lebensweise läuft der Mensch Gefahr, einer radikalen "negativen Selektion", einer gründlichen Auslese unterworfen zu werden. Ein Anzeichen dafür ist das Auftreten zahlloser neuartiger Krankheiten trotz einer beachtlich gestiegenen Auswahl an Behandlungsmöglichkeiten. Sind die immer zahlreicher werdenden Immunabwehrerkrankungen nicht ebenfalls ein Ausdruck dafür, daß wir die Fähigkeit verloren haben, uns im "Kampf ums Leben" zu behaupten?

Anstatt der "Natur eine Chance" geben zu wollen, würde der Mensch seine eigenen Chancen verbessern, wenn er bemüht wäre, sich der Weisheit der Naturgesetze zu beugen und sich in sie einzufügen.

Weshalb gerade diese Eltern ¬– und keine anderen?

Abgesehen davon, daß die Naturgesetze völlig unbestechlich und unabänderlich sind, ist ihre Wirkungsweise auch stets aufbauend. Sie fördern alles, was mit ihnen in Einklang steht, sie drängen zur Entwicklung und Entfaltung.

In gesundheitlicher Hinsicht genügt es beispielsweise, daß der Mensch die Nahrungsmittel, welche die Natur ihm bietet, in vernünftigen Mengen zu sich nimmt, die gespendete Luft atmet, in einer sinnvollen Weise arbeitet und ruht, damit sein Körper richtig wachsen und sich entwickeln kann. So kann er sich einer soliden Gesundheit und großen Widerstandskraft erfreuen. Und all dies, wohlgemerkt, dank der ihm zur Verfügung gestellten natürlichen Lebensgrundlagen.

Die fördernden und aufbauenden Kräfte der Naturgesetze sind wie der Strom eines Flusses. Wenn wir mit der Strömung schwimmen, werden wir von ihr getragen und kommen ohne große Anstrengung vorwärts. Die Kraft des Stromes vereint sich mit der unseren. Wenn wir uns jedoch dazu entschließen, gegen den Strom anzugehen, also ein naturwidriges Leben zu führen – was uns dank unseres freien Willens möglich ist –, dann stellt sich der Strom gegen unser Vorhaben, und Krankheit ist die Folge. Nun muß viel Mühe aufgewendet werden (dazu haben wir ein ganzes Arsenal symptombekämpfender Therapien entwickelt) – nur um schließlich doch von dem Strom mitgerissen zu werden.

Strafe oder hilfereiche Warnung?

Die Auswirkungen der Naturgesetze sind logisch, konsequent, streng und zugleich gerecht. Ist es mit dieser Erkenntnis noch möglich, Krankheiten als Strafe zu bezeichnen? Sicher nicht! Krankheiten sind eine ganz natürliche und vorhersehbare Folge unserer Nichtachtung der Gesundheitsgesetze und zugleich eine unschätzbare Hilfe, denn gäbe es bei unserer naturgesetzwidrigen Lebensweise nie ein Alarmsignal, käme es unweigerlich zu einer stetigen Anhäufung von Toxinen. Völlig ahnungslos hinsichtlich der uns bedrohenden Gefahren, würden wir unvorbereitet vom Tode überrascht werden.

Wenn ein Kind, das davor gewarnt wurde, eine heiße Platte zu berühren, weil es sich dabei verbrennen kann, dies dennoch tut, so wird es sich verbrennen. Seine Verbrennungen sind nun keineswegs eine Strafe dafür, daß es nicht auf die Warnungen hörte, sie sind nur die logische Konsequenz daraus. Genauso verhält es sich, wenn die Naturgesetze uns durch unseren Körper – durch Müdigkeit, Schmerzen, Stoffwechselstörungen, akute Krankheiten – signalisieren, daß wir am Rande der Gesundheitsgesetze leben, und wir uns dennoch dafür entscheiden, diese Warnungen nicht zu beachten. Die chronischen und degenerativen Krankheiten, die sich in der Folge einstellen, sind dann auch keine Strafe, sondern lediglich eine natürliche Konsequenz.

Diese Konsequenzen haben wir jedoch herbeigeführt und sind demzufolge auch dafür verantwortlich. Da wir über einen freien Willen verfügen, hätten wir genausogut unser Leben anders ausrichten können, woraus sich körperliches Wohlbefinden und eine solide Gesundheit ergeben hätten.

Voraussetzungen für ein glückliches, gesundes Leben

Krankheiten sind also weder eine Strafe noch ein Zeichen mangelnder Liebe des Schöpfers. Sie sind ein Ausdruck unserer mangelnden Kenntnis der Gesundheitsgesetze: Jede Komplikation, jede Verschlimmerung, jeder Rückfall, so schmerzhaft sie auch sein mögen, sind Beweise dafür, wie auch für die Tatsache, daß wir uns nicht darüber im klaren sind, wie wichtig es ist, diese Gesetzmäßigkeiten zu beachten. Dies bedeutet zugleich – und das sollte uns Mut machen –, daß alles, was uns geschieht, weder von den willkürlichen Entscheidungen anderer abhängt noch von den Launen eines blinden Schicksals, sondern einzig und allein von uns selbst, da wir dank unseres freien Willens unser Leben so gestalten können, wie wir es wünschen.

Dies gilt nun nicht nur für die Krankheiten, die uns treffen, sondern für alle Probleme, Konflikte, Unstimmigkeiten und Kämpfe, denen wir ausgesetzt sind – sei es in unserem Familien-, Gesellschafts- oder Berufsleben –, ebenso für jeden Kummer, jede Herausforderung, Not oder Elend, für jede Niederlage, Unglücksfälle, jedes Versagen und die "Schicksalsschläge", die wir fälschlicherweise dem Zufall anlasten. Auch hier kann uns nichts geschehen, was wir nicht durch unser Verhalten selbst hervorgerufen haben, sei es nun aktiv oder passiv.

Was der Mensch für ein glückliches und gesundes Leben vor allem braucht, ist die Kenntnis der Schöpfungsgesetze. Dies beschränkt sich nicht auf die Gesetze der Physik und der Chemie, welche die großen technischen Fortschritte ermöglicht haben – es geht vor allem um die großen Gesetze oder Prinzipien, die unser Sein als Mensch bestimmen, und zwar hinsichtlich unserer Empfindungen, unserer innersten Gedanken wie auch unserer Taten.

Wege zur Erkenntnis

Wer die kleinen und großen Vorgänge in der Natur oder in seiner Umgebung aufmerksam beobachtet und nach der Logik hinter den Ereignissen sucht, kann auch die ihnen zugrundeliegenden Gesetze erkennen.

Eine andere Möglichkeit, dieses Wissen zu erlangen, ist das eigene Erleben. Auch hier geht es darum, uns der Wirkung der Gesetze bewußt zu werden, ebenso der Verbindung zwischen gegenwärtigem und vergangenem Erleben, indem wir zu ergründen versuchen, weshalb wir bestimmte Situationen immer wieder erleben. Je besser wir das "Warum" eines Geschehens verstehen, um so eher werden wir uns der Wirkung der zugrundeliegenden Gesetzmäßigkeiten bewußt.

Und schließlich können wir uns auch auf die Suche nach Erkenntnis begeben, indem wir Bücher lesen, die von den Schöpfungsgesetzen handeln.

Um eine letzte Frage zu beantworten – die nach dem Ursprung der Natur- oder Schöpfungsgesetze –, werden wir uns im letzten Teil dieser Serie mit dem Werk "Im Lichte der Wahrheit – Gralsbotschaft" von Abd-ru-shin befassen und darin nach Aussagen suchen, die Aufschluß darüber geben, warum es so vollkommene Gesetze gibt.

Christopher Vasey

Dieser Artikel basiert sich auf den Kenntnissen der Gralsbotschaft