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Namenswahl und vorgeburtliche Erziehung

• Warum nur ein bestimmter Name zu einem Kind paßt

• Wie das Kind wirklich zu seinem Namen kommt

• Der Irrtum der "vorgeburtlichen Erziehung"

Die Wahl des Vornamens – reiner Zufall?

Wir beschäftigen uns normalerweise nicht besonders mit unserem Vornamen. Wir sind an ihn gewöhnt und benutzen ihn, ohne viel darüber nachzudenken. Oft aber haben unsere Eltern lange überlegt, bevor sie uns unseren Namen gegeben haben. Sind solche Überlegungen sinnvoll? Haben die Vornamen eine tiefere Bedeutung, können sie passend oder unpassend sein – oder ist es gleichgültig, ob jemand Franz oder Georg heißt, Isabella oder Susanne?

Oberflächlich betrachtet, könnte man annehmen, daß Vornamen zufällig gewählt werden, um einen jungen Menschen eben irgendwie zu benennen. In Wirklichkeit ist das aber nicht der Fall. Denn jeder Vorname besitzt eine besondere Kraft und entspricht der Persönlichkeit dessen, der ihn trägt. Und auch die Namenswahl geschieht nicht zufällig, sondern die Entscheidung der Eltern wird vom Gesetz der Anziehung der Gleichart gesteuert.

Ein Name für die "Schwingung"

Alles, was uns umgibt, seien es Steine, Pflanzen oder künstlich hergestellte Gegenstände, zeigt bestimmte Charakteristika. Farbe, Form, Beschaffenheit und Material ermöglichen es uns, die Dinge eindeutig voneinander zu unterscheiden. Wir Menschen spüren die besondere "Schwingung" oder "Energie", die von etwas ausgeht.

Auch jeder Ton hat seine besondere "Farbe", eine eigene Ausstrahlung. Wenn wir nun einen Gegenstand benennen, dann werden wir von der Kraft der Anziehung der Gleichart unbewußt dazu gedrängt, eine passende Bezeichnung zu wählen, also Laute zu benutzen, deren Eigenschaften dem zu Benennenden entsprechen. Namen und Bezeichnungen für Dinge sind also nicht zufällig gewählte, beliebig austauschbare Etiketten, sondern jede Bezeichnung drückt etwas aus, sie "schwingt" in ähnlicher Art wie der Gegenstand, besitzt eine bestimmte "Farbe", "Energie", "Kraft".

Das gleiche gilt auch für den Namen eines Menschen. Er bezeichnet die besondere Art, die von ihm ausstrahlt. Die individuellen Eigenschaften einer Seele finden in dem Namen ihren Ausdruck.

Daß die Wahl des Vornamens meistens schon vor der Geburt des Kindes getroffen wird, widerspricht dieser Gegebenheit nicht. Denn die Eltern können die Ausstrahlung des Kindes ja schon während der Schwangerschaft empfinden, da die Seele sich mit der Mutter bereits lange vor der Geburt verbunden hat.

Wie eng die Beziehung des Menschen zu seinem eigenen Namen ist, hat vermutlich schon jeder einmal selbst erlebt: Wir fühlen uns zum Beispiel sofort unangenehm berührt, wenn unser Name falsch ausgesprochen wird und korrigieren unseren Gesprächspartner, wenn dies öfter passiert.

Für Eltern ist die besondere, individuelle Bedeutung jedes Vornamens leicht feststellbar. Sie brauchen sich nur vorzustellen, die Namen ihrer Kinder auszutauschen, und schon spüren sie den Mißklang – und zwar nicht nur auf Grund der Gewohnheit: Name und Kind passen einfach nicht mehr zusammen. Die Notwendigkeit der Übereinstimmung zwischen dem Menschen und seinem Namen gilt natürlich auch für Zwillinge. Obwohl sie sich körperlich sehr ähnlich sehen, handelt es sich bei Zwillingen doch um zwei verschiedene Geister. Beide haben einen eigenen Lebensweg hinter sich, der sie durch die vergangenen Inkarnationen führte, beide haben ihre eigene Persönlichkeit entwickelt, beide brauchen daher "ihren" Namen. Dies zeigt beispielhaft die folgende Geschichte, die sich tatsächlich zugetragen hat: Eine Frau brachte Zwillinge zur Welt und informierte die Hebamme über die Namen, die sie für die beiden Mädchen gewählt hatte. Aber wie groß war die Betroffenheit der Mutter, als man ihr die Töchter brachte und sie anhand der Armbänder bemerkte, daß man die Namen vertauscht hatte: Die Erstgeborene – sie sollte Maria heißen – trug den Namen der Zweitgeborenen, Emma, und umgekehrt. Die Mutter bat sofort darum, den Irrtum zu berichtigen. Man wies sie jedoch darauf hin, daß die Kinder bereits mit diesen Namen eingetragen seien und meinte, die Verwechslung hätte ohnehin keine Konsequenzen. Die Mutter aber wollte davon nichts wissen und bestand erschüttert und energisch darauf, daß die Eintragung richtiggestellt werde. Schließlich erklärte man sich dazu bereit – zur Erleichterung der Mutter, aber auch zum Besten der beiden Mädchen. –

Unter dem Druck des Kindes …

In manchen Kulturkreisen war es angesichts der großen Bedeutung des Namens üblich, die Wahl dem Priester oder Schamanen zu überlassen. Heutzutage bestimmen in den meisten Fällen die Eltern den Vornamen ihres Kindes. Dennoch erfolgt die Namenswahl nicht willkürlich oder zufällig, sondern sie unterliegt dem Druck der Ausstrahlung des Kindes. Sein Geist ist mit dem kleinen, werdenden Körper im Mutterleib verbunden, er strahlt in seiner Art aus und wirkt dadurch auch steuernd auf die Eltern, lenkt ihre Überlegungen in eine ganz bestimmte Richtung und bestimmt letztlich die Namenswahl. Der Name steht damit im Gleichklang mit den Strahlungen des Kindes, er paßt zu ihm.

So kann es auch geschehen, daß Eltern, die schon vor der Schwangerschaft einen Vornamen für das Kind im Auge hatten, ihren Entschluß plötzlich ändern, weil sie zur Überzeugung kommen, daß dieser Name doch nicht "zu dem Kind paßt". Andere wiederum, die lange Zeit gar keinen passenden Namen für ihr Kind wußten, spüren plötzlich mit aller Deutlichkeit, wie es heißen muß. Oft erleben Eltern beispielsweise auch, daß ihnen trotz intensiver Überlegungen kein Vorname für einen Knaben einfällt und nur Mädchennamen in Frage zu kommen scheinen – und dann zeigt sich, daß tatsächlich ein Mädchen zur Welt kommt. – Die Tatsache, daß ein Kind manchmal denselben Vornamen wie ein Elternteil tragen, steht der Gesetzmäßigkeit in der Namensfindung ebenfalls nicht entgegen: Wie im 3. Teil dieser Serie ja bereits deutlich wurde, bedingt das Gesetz der Anziehung der Gleichart, daß Menschengeister mit bestimmte Gleicharten sich in einer Familie zusammenfinden können. Die Gleichheit eines Namens kann dies zum Ausdruck bringen.

Und wie sind die "Wellen" in der Wahl von Vornamen zu beurteilen, also die Tatsache, daß es in jeder Generation immer besonders populäre Namen gibt und daß Namen, die über Jahrzehnte kaum benutzt wurden, plötzlich eine Zeitlang wieder sehr "modern" werden? Auch hinter dieser vermeintlichen Modeerscheinung wirkt das Schöpfungsgesetz der Gleichart. Es zeigt sich hier in der besonderen Art jeder Epoche in sozialer und historischer Hinsicht, die immer eine bestimmte Art von Menschengeistern anzieht, was auch in den häufig verwendeten Vornamen zum Ausdruck kommt.

Die Wahl des Vornamens ist also nicht dem Zufall überlassen, sondern sie unterliegt dem Gesetz der Anziehung der Gleichart. Unser Name entspricht dem, was wir sind. Seine Schwingung ist eine wertvolle Hilfe für unser Erdenleben. Sie unterstützt uns dabei, die eigenen Kräfte zu wecken.

Gibt es eine vorgeburtliche Erziehung?

Das Wissen um das Schöpfungsgesetz der Anziehung der Gleichart läßt auch das, was man allgemein "vorgeburtliche Erziehung" nennt, in einem neuen Licht erscheinen und hilft zu verstehen, was sich dabei wirklich vollzieht.

Die Befürworter dieser "Erziehung" meinen, es sei möglich, ein Kind schon während der Zeit, die es im Mutterleib verbringt, entscheidend zu prägen. Man könne durch geeignete Mittel Charakterzüge bilden oder Eigenschaften zur Entfaltung bringen, die sich andernfalls nicht oder nicht in demselben Ausmaß entwickeln würden.

Daß ein Fötus äußere Stimulationen wahrnimmt und darauf reagiert, ist eine Tatsache, die durch zahlreiche Erfahrungen bewiesen wurde. Zum Beispiel kann ein Kind ein bestimmtes Musikstück, das ihm während der Schwangerschaft regelmäßig vorgespielt wurde, später leicht wieder erkennen. Die sogenannte vorgeburtliche Erziehung benutzt vorwiegend die Sinne des Hörens und des Tastens. Man geht davon aus, daß es für das Kind anregend wirkt, daß seine Hörfähigkeiten oder auch seine Musikalität besser entwickelt werden, wenn man mit dem Fötus spricht, ihm ausgesuchte Texte vorliest, wenn man singt oder ihn Musik hören läßt.

Wenn die Mutter den Fötus durch den wiederholten sanften Druck ihrer Hände fühlen läßt, daß ihm eine friedliche, schützende Atmosphäre geboten wird, so soll diese Zuwendung das Selbstvertrauen und die innere Sicherheit des Kindes stärken. – Wie in dieser Serie bereits dargestellt wurde, befindet sich der Geist des Kindes während der Schwangerschaft in der unmittelbaren Nähe der Mutter, er "badet" gewissermaßen in deren Ausstrahlungen. Das Kind empfindet also die Emotionen der Mutter mit – zum Beispiel ihre Freude bei einem Spaziergang in der Natur oder beim Hören eines Musikstückes, aber auch Leid oder Angst. Deshalb wird den Müttern zu Recht geraten, unschöne, belastende Eindrücke zu vermeiden und nur Erhebendes, von Schönheit und Natürlichkeit Erfülltes zu suchen. Denn damit erhält auch das Kind Impulse für seinen Schönheitssinn, für Fröhlichkeit und Vertrauen ins Leben.

Jedoch sollte man aus diesen Zusammenhängen nicht, wie die Vertreter der "vorgeburtlichen Erziehung", schließen, daß die Grundlagen eines starken und erfüllten Charakters tatsächlich durch das Verhalten der Mutter während der Schwangerschaft entscheidend geprägt werden.

In Wirklichkeit verändert die vorgeburtliche Erziehung, auch wenn sie gute Impulse gibt, nichts Grundlegendes am Geist des Kindes. Hier kommt etwas anderes ins Spiel, nämlich abermals das Gesetz der Anziehung der Gleichart: Wenn die Mutter während der Schwangerschaft viel Musik hört und vielleicht auch selbst spielt, so kann sie durch ihre eigene Musikalität natürlich einen Geist anziehen, der ebensolche Eigenschaften hat. Aber sie verändert nicht wirklich die Art des Kindes. Dieses bringt seine eigene Musikalität bereits mit.

Würde das Verhalten der Mutter wirklich entscheidend über die Fähigkeiten und Eigenschaften des Kindes bestimmen, wäre dies in hohem Maße ungerecht. Denn dann wären wir alle tatsächlich Opfer der Umstände. So etwas lassen die Schöpfungsgesetze aber nicht zu. Jeder Mensch erntet das, was er selbst gesät hat. Das Leben, das wir führen dürfen oder müssen, ist im wesentlichen immer das Ergebnis unserer eigenen Bemühungen.

Natürlich sind alle Bestrebungen einer Mutter, während der Schwangerschaft in Frieden und in Harmonie zu leben, damit sich ihr Kind in einer ungetrübten und schönen Atmosphäre entwickeln kann, trotzdem sehr zu begrüßen. Jede Mutter sollte zu einer solchen Hinwendung ermuntert werden. Aber die entscheidende Möglichkeit liegt für sie nicht in der "vorgeburtlichen Erziehung" einer bereits inkarnierten Seele, sondern sie eröffnet sich ihr schon vorher: in der Wahl der Seele, die sich ihr als Kind beigesellt.

Christopher Vasey