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Die unsichtbaren Prozesse in der Menschwerdung

Dem Gesetz der Gleichart zufolge kommt ein Kind kommt nicht bei irgendwelchen Eltern zur Inkarnation, sondern bei ganz bestimmten, zu ihm passenden. Dieses Gesetz wirkt sich nicht nur auf der geistigen, sondern auch auf der körperlichen Ebene aus. Der Geist kann nur in einen Körper eintreten, der Eigenschaften aufweist, die den seinen entsprechen oder ihnen wenigstens sehr nahe kommen. So wird ein dynamischer und unternehmungslustiger Geist beispielsweise nicht in einen feinen und zerbrechlichen Körper inkarnieren. Die körperliche Hülle, in die der Geist bei einer Inkarnation "schlüpft", ist wie ein Kleid, das perfekt passen muß, damit der Mensch seine Lebensaufgabe erfüllen kann.

Das Wunder der embryonalen Entwicklung


Die Notwendigkeit einer Gleichart für den Zusammenschluß von Geist und Körper bestimmt auch die Entwicklungen während der Schwangerschaft. Denn die Inkarnation des Menschengeistes kann erst zu einem Zeitpunkt erfolgen, an dem das werdende Körperchen auch bereits die Menschenform entwickelt hat. Die Embryologie lehrt, daß ein Embryo während seines Wachstums kurz alle Phasen der Entwicklung des Lebens auf der Erde durchmacht. Zuerst ähnelt er einem Meeresweichtier, dann einem Fisch, er zeigt das Stadium der Amphibien und die Linie der Säugetiere, bis zuletzt die Menschenform entwickelt ist. Erst dann hat der Geist die Möglichkeit zur Inkarnation.

Bis dahin muß der Embryo einen weiten, beeindruckenden Entwicklungsweg hinter sich bringen: Während der ersten vierzehn Tage ist noch kein wirklicher Körper da, sondern nur eine Ansammlung von Zellen mit einem Durchmesser von ungefähr einem Millimeter. Am Ende des ersten Monates hat der Embryo die Form einer fünf Millimeter langen Bohne, weder Arme, noch Beine sind zu sehen, nur winzige "Knospen", wo sich die Gliedmassen entwickeln werden. Organe zeigen sich nur andeutungsweise. Richtig entwickeln sie sich erst während des zweiten Schwangerschaftsmonats, wo langsam auch die Elemente des Gesichts zum Vorschein kommen: zwei kleine Vorsprünge für die Augen, zwei Grübchen für die Ohren ... In diesem Stadium mißt der Fötus erst drei bis vier Zentimeter und wiegt zwei bis drei Gramm. Während des dritten und vierten Monats nimmt der Fötus mehr und mehr menschliche Gestalt an. Die Augen, welche weit auseinander auf beiden Seiten des Kopfes lagen, nähern sich und bedecken sich mit Lidern. Die Lippen zeichnen sich ab, die Ohren formen sich, die Gliedmaßen, vor allem die Arme, werden länger. Bald sind die Hände fertig geformt und die Geschlechtsorgane ausgeprägt. Außerdem wird das Skelett gebildet und die Entwicklung der inneren Organe beschleunigt sich: das Herz schlägt, das Blut ist seiner definitiven Zusammensetzung schon sehr ähnlich, die Sinne bereit zur Wahrnehmung, das Gehirn beginnt zu arbeiten.

Am Ende des vierten Monates sind die Organe in ihrer Struktur und ihrer Funktion fast identisch sind mit denen eines Neugeborenen. Noch ein bis zwei Wochen Reifezeit – dann steht der Inkarnation des Geistes in diesen Körper nichts mehr im Wege, da die Gleichart zwischen dem Geist und dem zur Menschenform gereiften physischen Körper groß genug geworden ist.

Der Zeitpunkt der Inkarnation


Etwa in der Mitte der Schwangerschaft findet dann die Inkarnation statt. Der Mutter wird dieser große Moment durch die ersten typischen Bewegungen des Embryos bewußt. Der Geist hat von dem Körperchen Besitz ergriffen und beginnt, die Arme und Beine zu bewegen. Diese ersten Kindesbewegungen unterscheiden sich deutlich von den schwachen, stoßweisen Zuckungen, die für die Mutter in der ersten Hälfte der Schwangerschaft spürbar waren.

Auch empfinden viele werdende Mütter nach der Inkarnation deutlich die Nähe des Kindes, seine Eigenart. Dabei können, je nach Art des eingetretenen Geistes, beglückende oder auch bedrückende Empfindungen auftauchen.

Der Geist inkarniert also nicht bereits zum Zeitpunkt der Befruchtung und auch nicht erst bei der Geburt, sondern in der Mitte der Schwangerschaft. Jedoch kann er nicht ohne weiteres in den physischen Körper eintreten, sobald dieser durch seine Entwicklung aufnahmebereit ist. Nötig ist als Bindeglied zwischen dem embryonalen Körper und der Seele (das ist der Geist in seiner feinstofflichen Umhüllung) der sogenannte Astralkörper. Dieser ist nicht, wie oft angenommen wird, ein Abbild des irdischen Körpers oder dessen Ausstrahlung, sondern der Astralkörper ist das Modell, nach dem der physische Organismus gebaut ist. Er lenkt die Bildung und Entwicklung des kleinen, werdenden Körpers. An seiner dreidimensionalen Modellform orientieren sich die embryonalen Zellen. Sie verlieren ihre zunächst indifferente Art und nehmen an bestimmten Orten die besonderen Eigenschaften an, die für den Organismus nötig sind, werden also zu Leber-, Herz- Muskelzellen usw. Auch die Zellvermehrung wird vom Astralkörper gesteuert.

Erst durch dieses "astrale Modell" wird erklärbar, weshalb die Körperzellen, die ursprünglich doch alle genau dasselbe "genetische Gepäck" tragen, so differenziert reagieren, wieso also eine Körperform entstehen kann.

Die körperlichen Gene steuern also nicht, wie dies die Wissenschaft heute meist noch annimmt, allein den Aufbau des Organismus. Sie enthalten jedoch alle Informationen über die physisch vererblichen Charakteristiken, die zur Bildung des neuen Körpers nötig sind. Diese Informationen aber, die immer viele Möglichkeiten offenlassen, konkretisieren sich unter dem Einfluß des Astralkörpers. Durch ihn wird das genetisch Mögliche den individuellen Besonderheiten des inkarnierenden Geistes angepaßt. Zuletzt erhält dadurch jeder Geist genau den Körper, der ihm zur weiteren Entwicklung dient.

Ist der physische Körper dann fertig gebaut, wird der Astralkörper aber nicht etwa als "nutzlos gewordenes Modell" abgestoßen, denn er bleibt ein unentbehrliches Bindeglied zwischen Geist und Körper.

Das Geheimnis der Blutausstrahlung


Außer dem Astralkörper spielt für jede Inkarnation die Blutausstrahlung eine entscheidende Rolle. Wie alles andere, so "strahlt" auch das Blut, das heißt, es sendet (unsichtbare) Strahlen aus, die der Ausstrahlung des Astralkörpers ähneln und sich deshalb mit ihr verbinden können. Beide Strahlungen bilden gemeinsam eine unsichtbare "magnetische Brücke", ohne die der Geist sich im physischen Körper nicht solide verankern könnte. Diese Strahlenbrücke ist die Grundlage für unser Erdenleben; wenn sie sich auflöst, trennt sich der Geist vom Körper, der "Tod" tritt ein. Die Ausstrahlung des Blutes, die bei jedem Menschen individuell anders ist, entwickelt sich erst im Verlauf der Schwangerschaft, denn auch das Blut muß sich zunächst bilden.

Bezeichnend für das menschliche Blut sind unter anderem die roten Blutkörperchen, deren Eigenart darin besteht, daß sie keinen Zellkern besitzen. Während der ersten drei Wochen der Entwicklung besitzt das embryonale Blut noch keine roten Blutkörperchen. Erst danach werden solche erzeugt, jedoch zunächst, entgegen der Norm, mit einem Zellkern. Erst später werden, zu Beginn noch in geringer Zahl, rote Blutkörperchen ohne Kern gebildet. Das typisch menschliche Blut bildet sich also erst nach und nach, bis es – etwa zur Mitte der Schwangerschaft – die geeignete Zusammensetzung erreicht hat. Die sich dadurch verändernde Blutausstrahlung wirkt im Laufe der Schwangerschaft zunächst stärker und stärker anziehend auf den inkarnationsbereiten Geist und bildet zuletzt die Brücke für die eigentliche Inkarnation.

Die besondere Ausstrahlung der Weiblichkeit

Parallel zu diesem Prozeß der Anziehung ist für den zur Inkarnation gelangenden Geist auch die besondere weibliche Ausstrahlung der Mutter unentbehrlich. Ohne Frau könnte kein Kind geboren werden und könnte auch keine Inkarnation stattfinden – und zwar nicht allein deshalb, weil nur die Mutter die notwendigen körperlichen Organe für die Schwangerschaft besitzt!

Mann und Frau unterscheiden sich von Natur aus nicht nur organisch. Vielmehr widerspiegelt das Geschlecht grundlegend die Art des Wirkens: das Männliche wirkt in gröberer Art, aktiver, nach außen orientiert; das Weibliche in zarterer, empfindsamerer Art, passiver, nach innen orientiert. Entsprechend sind die Ausstrahlungen eines weiblichen Geistes feiner, ihre Art ist auf "Empfang" ausgerichtet.

Für den Anziehungsprozeß bei jeder Inkarnation ist eine solche weibliche Ausstrahlung unbedingte Voraussetzung. Aus diesem Grunde wäre es nie möglich, eine Schwangerschaft außerhalb eines Frauenkörpers bis zum Ende durchzuführen. Und in der fehlenden oder zu schwachen Strahlungsbrücke (ein Problem, das durch die heutigen gesellschaftlichen Tendenzen zur Vermännlichung allgemein größer wird) kann auch eine Ursache für Sterilität liegen.

Sind Abtreibungen doch gerechtfertig?

Wenn der Geist des Kindes erst in der Mitte der Schwangerschaft inkarniert, zu einem Zeitpunkt also, an dem der Fötus etwa viereinhalb Monate alt ist – berechtigt dies dann Abtreibungen während der ersten Schwangerschaftshälfte, wie sie in zahlreichen Ländern gesetzlich erlaubt sind?

Auf den ersten Blick könnte man diesen Schluß ziehen, aber sobald man die Frage etwas vertieft, stellt sich die Sache anders dar: Mit der Empfängnis nähern sich den Eltern sogleich verschiedene Seelen, die eine Gelegenheit zur Inkarnation suchen. Jene, deren Eigenschaften den elterlichen am ähnlichsten sind, verbindet sich der Mutter und auch dem Astralkörper durch feine Fäden. Je weiter die Entwicklung des Embryos voranschreitet, umso fester werden diese Fäden; die Beziehung zwischen der Mutter und dem Kind wird enger. In der Frau wächst die Mutterliebe, die für das künftige gemeinsame Leben mit dem Kind so wichtig sein wird, während die zur Inkarnierung kommende Seele sich schrittweise auf den Eintritt in die irdische Umgebung vorbereitet, geht es für sie doch darum, ihren bisherigen Aufenthaltsort in der feinstofflichen Welt, also im "Jenseits" zu verlassen.

Die seelischen Veränderungen, die sich gleichzeitig mit der Formung des Fötus vollziehen, sind also sehr weitreichend, sie sind großen, lebenswichtigen Hoffnungen verbunden. Eine Abtreibung bedeutet somit nicht nur die Zerstörung eines lebenden Organismus und des ihm verbundenen Astralkörpers, sondern sie greift auch tief in seelische Entwicklungen ein. Der seiner Inkarnation zustrebende Geist wird gezwungen, sich von den irdischen Hüllen wieder zu lösen, er wird rücksichtslos in die jenseitige Welt zurückgestoßen. Darin liegt ein Unrecht, dem alle Menschen, die zu einer Abtreibung oder zu dem Entschluß dazu beigetragen haben, Rechnung tragen müssen.

Man spricht viel von den körperlichen Nachteilen und Schäden, denen Frauen nach einer Abtreibung ausgesetzt sind, von den hohen Risiken einer späteren Fehlgeburt, Frühgeburt oder einer Schwangerschaft außerhalb der Gebärmutter. Daneben aber klagen betroffene Frauen nicht von ungefähr auch über schwerwiegende emotionale und psychischen Störungen, die sie nach einer Abtreibung empfinden: Gewissensbisse, seelische Schmerzen, das Gefühl, eine Schuld nicht mehr gutmachen zu können. "Kurze Zeit nach dem Eingriff", so schildert eine Betroffene, "und in einer ersten Phase der Erleichterung, glaubte ich, daß alle meine Probleme gelöst seien. Welche Illusion! Nach und nach, auf schmerzhafte Weise, habe ich die Tragweite meiner Tat erkannt: Ich habe mein eigenes Kind töten lassen! Ich bin unter dem Gewicht dieser Tatsache buchstäblich zusammengebrochen … Ich habe in der Trauer dieser Tat während zweieinhalb Jahren gelebt. Ich wußte, daß ich an der Person meines Kindes und mir selbst gegenüber ein großes Unrecht begangen hatte. Ich ließ es zu, daß das Leben meines Kindes unterbrochen wurde und habe es mir rauben lassen, als ich es schon liebte. Ich wurde die Mutter eines toten Kindes, es war unerträglich." (Zitiert aus: Schweizer Hilfe für Mutter und Kind", Basel) Solche Empfindungen stellen sich bei vielen Frauen nach einer Abtreibung ein – und sie sind nicht etwa die Frucht einer Einbildung. Sie sind eine Folge der unsichtbaren Prozesse, die in der Menschwerdung jede Schwangerschaft begleiten.

Christopher Vasey

Dieser Artikel basiert sich auf den Kenntnissen der Gralsbotschaft