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Krankheit ist kein Zufall
Die Bedeutung des Körpermilieus

Seit der Mensch über diese Erde wandelt, sieht er sich mit Krankheiten konfrontiert, und genausolang ist er bemüht, etwas gegen sie zu unternehmen. Heutzutage setzen wir Gesundheit oft mit Jugendlichkeit, Attraktivität, Fitness und Erfolg gleich, und nach dem Motto "Zeit ist Geld" ziehen wir alle Register, um schnell wieder "gesund" zu werden. Krankheit wird als unerwünschter Störfall wahrgenommen – als Produkt des Zufalls oder als Schicksalsschlag. Aber entscheidet über Gesundheit oder Krankheit wirklich nur das persönliche "Glück"? Entstehen Krankheiten wirklich zufällig – oder hat jeder Mensch "sein" Leiden?

Krankheit – eine Frage des Zufalls?

Spielt bei der Entstehung von Krankheiten nun wirklich der oft angeführte "Zufall" eine Rolle, oder ist der Mensch selbst für sie verantwortlich? Besteht einen Zusammenhang zwischen gewissen Erkrankungen und unserer Lebensweise oder entwickeln sie sich völlig unabhängig davon?

Eine klare Antwort auf diese Fragen zu finden, ist für uns von großer Bedeutung, denn wenn sich beweisen ließe, daß es tatsächlich einen Zusammenhang zwischen unserer Lebensweise und der Entstehung von Krankheiten gibt, wäre es uns wohl ein Bedürfnis, durch ein entsprechendes Verhalten die Voraussetzung für eine solide Gesundheit zu schaffen.

Wenn Krankheiten jedoch durch Zufall entstehen, wenn sie uns also jederzeit völlig überraschend treffen können, es somit keine vorherzusehende Verkettung von Ursache und Wirkung gibt, dann haben wir auch keinen Einfluß auf unsere Leiden und tragen folglich keine Verantwortung für unsere Gesundheit. Abgesehen von einigen Krankheiten, deren Auslöser wir kennen – Übelkeit nach einer zu üppigen Mahlzeit, Schnupfen durch Verkühlung, Schlaflosigkeit aufgrund von Sorgen usw. –, ist es uns in vielen Fällen nicht möglich, einen Grund für unsere Leiden zu erkennen. Die Frage scheint daher berechtigt, inwiefern wir verantwortlich sein können für ein Ekzem, für Rheuma oder einen Tumor – oder gar für erbliche Krankheiten, die uns ja von den Eltern übertragen werden. Und: Wie sollte ein Neugeborenes mit einer unheilbaren Krankheit für sein Leiden verantwortlich sein?

Diese Fragen über die Ursachen von Krankheiten sind vielleicht noch eindringlicher, wenn sie von gläubigen Menschen gestellt werden. Denn wie läßt sich die Liebe Gottes mit den Leiden der Menschen vereinbaren? Wo ist seine Gerechtigkeit, wenn er zuläßt, daß Neugeborene an etwas leiden, das sie nicht verursacht haben können?

Um Antworten auf diese Fragen im Zusammenhang mit Krankheit und Gesundheit zu finden, müssen wir also zunächst herausfinden, welche Rolle der Zufall spielt und – falls wir den Zufall als nicht maßgeblich erkennen – wo unsere Verantwortung liegen könnte.

Spielt Zufall wirklich eine Rolle?

Daß viele Menschen an den Zufall glauben, ist schon an einigen gebräuchlichen Redensarten abzulesen. So sagt man, wenn jemand schwer erkrankt ist: "Was für ein grausames Schicksal!" – "Der Arme, er scheint vom Unglück verfolgt zu sein!" – "Es ist eine wahre Heimsuchung!" – "Hoffentlich passiert mir so etwas nicht, toi toi toi!" Diese Ausdrücke zeigen, daß Krankheit als Ungemach betrachtet wird – willkürlich ausgelöst von einem blinden Schicksal oder abhängig von etwas Unvorhersehbarem wie Glück oder Unglück –, wogegen man nicht viel tun kann … man kann sich höchstens wünschen, davon verschont zu bleiben. Manch einer greift gar auf den Aberglauben zurück und klopft beispielsweise auf Holz, um drohendes Unheil abzuwenden.

Gäbe es einen solchen blinden Zufall, so wäre nicht der Mensch Auslöser von Ereignissen, also auch nicht der Kranke Urheber seiner Krankheit. Demzufolge entstünde eine Krankheit auch nicht in uns, sondern wäre als eigene, außerhalb von uns existierende Realität zu betrachten. Dieser Sichtweise zufolge kann Krankheit in uns "eindringen", unsere Gewebe "befallen", unsere Organe "zerstören", unsere Gelenke "angreifen", das Blut "vergiften", uns die Kräfte "rauben", unsere Abwehr "untergraben" und uns schließlich völlig "im Griff haben". Weitere Formulierungen deuten in dieselbe Richtung: Wir können uns eine Krankheit "einfangen", jemanden mit ihr "anstecken", sie "ausbrüten" oder sie kann plötzlich mit Gewalt "ausbrechen".

Das Verhalten des Kranken ist ebenfalls recht aufschlußreich: Meistens trifft ihn die Krankheit überraschend. Er fragt sich erstaunt, wie es möglich ist, daß sie ihn erwischt hat, ausgerechnet ihn und gerade in diesem Moment. Manchmal hadert er mit seinem Schicksal und sagt sich, er könne nichts dafür und es sei ungerecht. Zeigt eine solche Reaktion nicht eindeutig, daß er seine Krankheit als einen unglücklichen Zufall betrachtet?

Zweifellos hindert die heute übliche symptombekämpfende Behandlungsweise Kranke oft daran, sich der Tatsache bewußt zu werden, daß es tiefere Ursachen für ihre Beschwerden gibt und daß der Zufall überhaupt nichts damit zu tun hat. Diese Therapieform richtet die Aufmerksamkeit des Kranken auf die Symptome seiner Krankheit und nicht auf die ihr zugrundeliegenden Ursachen. Nehmen wir zum Beispiel die sogenannten "Zivilisationskrankheiten", die für die heutige Lebensweise bezeichnend sind: Streß, Überernährung, übermäßiger Konsum von Reizmitteln wie Kaffee, Alkohol, Tabak usw. Wie kann ein Patient sich der Ursachen bewußt werden, wenn die Behandlung vorwiegend in der Einnahme von Tabletten zur Blutverdünnung, zur Senkung des Cholesterinspiegels usw. besteht?

Im allgemeinen bestärkt einen Kranken die Tatsache, daß seine Leiden durch Einnehmen eines Medikamentes verschwinden – ohne daß er seine Lebensweise geändert oder sonst etwas dazu beigetragen hat – in der Annahme, seine Krankheit sei nur ein Zufall. Daß eine Creme ein Ekzem verschwinden läßt, ein Schmerzmittel die Kopfschmerzen oder ein entzündungshemmendes Medikament die Gelenkschmerzen, bedeutet für den Kranken, daß sein Leiden auf ebenso plötzliche wie mysteriöse Art verschwindet, wie es gekommen ist. Unter diesen Umständen ist es nicht mehr nötig, die auslösenden Ursachen einer Krankheit herauszufinden und auf diese einzuwirken. Daraus ergibt sich mehr und mehr die Ansicht, der Zufall spiele eine wesentliche Rolle bei der Entstehung von Krankheiten.

Keine Wirkung ohne Ursache!

Die Erkenntnis aus der Physik "Keine Ursache ohne Wirkung und keine Wirkung ohne Ursache" läßt jedoch den Schluß zu, daß Krankheiten kein Zufall sind, sondern ganz bestimmte Ursachen haben. Diese können allerdings weit zurückreichen und tiefliegend sein und erst durch ein Verketten von Ursache und Wirkung zu einer äußerlich in Erscheinung tretenden Krankheit werden.

Was sind nun Ursachen von Krankheiten? Um diese zu entdecken, darf man sich nicht damit begnügen, seine Aufmerksamkeit auf die Symptome zu richten und zu fragen, welches Mittel nötig ist, um sie verschwinden zu lassen, sondern es ist unumgänglich, das "Warum" der Krankheit zu ergründen, indem man in die Vergangenheit zurückblickt und insbesondere die Zeit vor dem Auftauchen der Symptome unter die Lupe nimmt. Dabei ist es oft möglich, einen Zusammenhang zwischen Ursache und Wirkung zu finden, also zwischen dem, was der Patient an den Tagen vor dem Ausbruch der Beschwerden erlebt hat, und der Krankheit selbst. Die einen haben sich überarbeitet, andere haben einen emotionellen Schock erlebt, manche wiederum waren in Kontakt mit Menschen, die an infektiösen Krankheiten leiden. Diese sogenannten "Ursachen" sind jedoch nur die auslösenden Faktoren. Sie alleine können keine Krankheit hervorrufen, noch diese völlig erklären. Kälte kann keinen Rheumatismusan¬fall auslösen. Die Gelenkverletzungen, die das Rheuma ausmachen, wurden nicht durch Kälte hervorgerufen, da diese das Knochen- und Knorpelgewebe der Gelenke nicht zu schädigen vermag, genausowenig wie sie für die – die Bewegung beeinträchtigenden – Ablagerungen, den sogenannten "Sand" in den Gelenken, verantwortlich ist.

Wenn solche externen Faktoren tatsächlich die Ursache von körperlichen Leiden wären, wie kommt es denn, daß von zwei Personen, die denselben tiefen Temperaturen ausgesetzt sind, zum Beispiel während eines Spazierganges, die eine krank wird und die andere nicht? Oder daß von all jenen, welche einen emotionalen Schock oder einen tiefen Schmerz erlitten haben, einige krank werden und andere nicht? Und weshalb wird bei einer Epidemie, während der die ganze Bevölkerung den infektiösen Keimen ausgesetzt ist, nur ein Teil davon angesteckt?

Die Tatsache, daß es solche Unterschiede bei der Empfänglichkeit für Krankheiten gibt, legt zwei weiterführende Gedanken nahe: Erstens sind die auslösenden Faktoren nicht die eigentlichen Ursachen, und zweitens sind die eigentlichen Ursachen eher in unserem Inneren als außerhalb von uns zu suchen.

Die Bedeutung des Körpermilieus

Bereits in der frühen Antike machten sich Menschen über diese Zusammenhänge Gedanken. Sie kamen zu der Erkenntnis, daß zu jeglichen Krankheiten immer ein ganz bestimmter übergeordneter Zustand gehört, ohne den sie sich nicht entwickeln könnten. Dieser Zustand, welcher allen Krankheiten ausnahmslos gemein ist, ist ein geschädigtes organisches Milieu.

Das innere organische Milieu besteht aus der Gesamtheit der Körperflüssigkeiten: dem Blut, der Lymphe und dem Zellserum. Diese Flüssigkeiten bilden die Umgebung unserer Gewebe und Organe. Unsere Zellen baden darin wie in einem großen inneren Ozean. Dieser Ozean ist ihre Nahrungsquelle, aus der sie alle Nährstoffe (Aminosäuren, Vitamine, Mineralstoffe usw.) schöpfen können, deren sie bedürfen, um gut zu funktionieren. Die organischen Flüssigkeiten bilden aber auch einen Kommunikationsweg. Dieser wird für hormonelle Botschaften benutzt, die von einer Zelle zu der anderen übermittelt werden. Und auch die von den Zellen ausgeschiedenen Abfallstoffe – oder Toxine – benutzen denselben Weg, um zu den Ausscheidungsorganen (Leber, Darm, Niere, Lunge und Haut) zu gelangen. Es gibt eine ideale Zusammensetzung der verschiedenen organischen Flüssigkeiten, die es den Zellen – und dadurch auch den Organen und dem ganzen Organismus – ermöglicht, nicht nur richtig zu funktionieren, sondern auch verschiedenen Angriffen, die sie bedrohen könnten, zu widerstehen. Daraus ergibt sich logischerweise, daß jede quantitative oder qualitative Veränderung dieser idealen Zusammensetzung eine unheilvolle Wirkung auf die organischen Abläufe und deren Abwehrfähigkeiten hat, was über kürzere oder längere Zeit zu Krankheiten führt.

Die Zusammensetzung der organischen Flüssigkeiten und das innere Milieu können sich aus verschiedenen Gründen verändern, vor allem dann, wenn für seine gesunde Tätigkeit notwendige Substanzen fehlen (Vitamine, Spurenelemente usw.) oder wenn es Stoffe enthält, die nicht vorhanden sein sollten (Gifte wie Quecksilber, Nikotin oder Blei), oder eine zu hohe Konzentration von Stoffen, die nur in ganz geringer Menge unschädlich sind (normale Toxine wie Harnstoff, Harnsäure oder Cholesterin). Im dem einen Fall spricht man von Mängeln, im anderen von Überlastung.

Ein durch Mängel oder Überlastung geschädigtes Körpermilieu ist demnach der ideale Boden für das Entstehen von Krankheiten. Wenn manche Menschen anfälliger für Krankheiten sind als andere, so deshalb, weil ihr Körpermilieu überlasteter oder mangelhafter ist als bei anderen – in gewissen Fällen sogar beides gleichzeitig. Mängel führen zu Krankheiten, weil Nährstoffe fehlen und somit die Zellen und Organe sich weder richtig bilden noch reparieren noch normal funktionieren können. Die Überlastungen machen krank, weil durch sie die Schleimhäute verschmutzt, die Gewebe verstopft, die Organe blockiert, die Zirkulation beeinträchtigt, der Stoffwechsel verlangsamt und die Zellen angegriffen werden.

Abgesehen von den Schäden und Beschwerden, die direkt durch Mängel und Überlastung entstehen, führt ein verschlechtertes Milieu auch dazu, daß der Organismus viel empfindlicher auf äußere Angriffe reagiert, also auf auslösende Faktoren wie Kälte, Streß, Mikroben usw.

Da Krankheiten durch eine Verschlechterung des Milieus entstehen können oder ermöglicht werden, muß die Therapie auch auf das Milieu gerichtet sein, will man eine in die Tiefe gehende, das heißt eine echte und dauerhafte Gesundung erreichen. Auf spezifische und symptombekämpfende Behandlungen braucht nicht verzichtet zu werden, denn sie können oft lindern oder dem Patienten eine schwierige Zeit überwinden helfen. Allerdings reichen sie nicht aus, um eine echte Gesundung herbeizuführen.

Der Begriff des Körpermilieus hilft uns zu verstehen, daß Krankheiten sehr wohl eine tiefere Ursache haben. Der Zustand des Körpermilieus ist uns allerdings verborgen und kann nur durch die sichtbaren Auswirkungen an der Oberfläche – die Symptome – oder durch Analysen erfaßt werden. Außerdem wird durch den Begriff des Körpermilieus klar, daß die Ursachen einer Krankheit weit zurückliegen können. Außer bei einer akuten Vergiftung verschlechtert sich das Milieu nämlich nicht plötzlich, sondern ganz allmählich, und es kann Monate oder Jahre dauern, bevor sich eine Krankheit manifestiert. Eine Krankheit tritt also nicht überraschend auf, sondern ist das Ergebnis eines krankmachenden Prozesses. Diese Tatsache spricht eindeutig gegen den Zufall als Krankheitsursache. Das Erscheinen der ersten Symptome darf man folglich nicht als den Beginn der Krankheit ansehen, sondern als Endpunkt einer allmählichen Verschlechterung des Körpermilieus.

Somit liegt die Ursache von Krankheiten in der Verschlechterung des Körpermilieus, und die Auswirkungen, die von dieser Verschlechterung ausgehen, sind die bekannten Krankheiten, die wir durch die unterschiedlichen Symptome voneinander unterscheiden. In der Verkettung von Ursache und Wirkung stehen die Ursachen immer vor den Auswirkungen. Es ist nötig darauf hinzuweisen, denn wer vom Zufall spricht, verwechselt oft Auswirkungen und Ursachen.

Bei einer Bronchitis beispielsweise werden die ausgeschiedenen Schlacken als Resultat der Infektion angesehen, dabei ist gerade das Gegenteil der Fall: Durch das Vorhandensein von Schlacken konnte die Infektion entstehen. Genauso ist es nicht etwa der krebsartige Tumor, der die organischen Abwehrkräfte vermindert und einen schlechten Allgemeinzustand herbeiführt, sondern es ist der schlechte Allgemeinzustand (das schlechte Körpermilieu), welcher das normale Funktionieren der Organe beeinträchtigt, die Immunabwehrkräfte vermindert und dem Tumor die Möglichkeit gibt, sich zu entwickeln. Beim Rheumatismus ist es nicht die Entzündung, die zur Schädigung der Gelenke führt oder diese durch Ablagerungen blockiert, sondern die Ablagerungen von Toxinen schränken die Bewegungen der Gelenke ein und verursachen Verletzungen des Knorpelgewebes, was zu Entzündungen und rheumatischen Krisen führt.

Verwechslung von Auswirkung und Ursache

Diese Verwechslung von Auswirkung und Ursache zeigt sich auch in auffallender Weise bei der Behandlungsweise: Diese bekämpft meist nur die Symptome, orientiert sich also an dem letzten Glied der Ereigniskette, den Auswirkungen, und nicht an den auslösenden Ursachen.

Kommen wir auf die eben angeführten Beispiele zurück: Die infektiösen Keime in den Atemwegen werden durch Einnahme entsprechender Mittel abgetötet, ohne daß die Atemwege von den Schlacken befreit werden, die den Keimen ein günstiges Milieu zur Entwicklung boten. Der Tumor wird medikamentös oder operativ entfernt, das Körpermilieu jedoch, welches die Entstehung des Tumors ermöglicht hat, bleibt unverändert. Bei einer rheumatischen Krise werden entzündungshemmende und schmerzstillende Mittel angewendet, das Gelenk jedoch wird nicht von den toxischen Ablagerungen befreit, die die Beschwerden verursachen.

Da jeder Auswirkung eine Ursache vorausgeht, ist die logische Folge, daß es nicht zu einer bestimmten Auswirkung kommt, wenn die entsprechende Ursache fehlt. Demnach ist es nicht möglich, krank zu werden, wenn das innere Körpermilieu im Gleichgewicht ist, also weder verschlackt ist noch unter Nährstoffmangel leidet!

Das Volk, das keine Krankheit kennt

Diese Tatsache konnte bei einem Volk nachgewiesen werden, das dank besonderer Lebensumstände als äußerst gesund gilt. Seine Mitglieder erfreuen sich nicht nur eines außerordentlichen physischen und psychischen Wohlbefindens, ihr Körpermilieu ist so gut, daß sie auch keine der weitverbreiteten Zivilisationskrankheiten wie Diabetes, Krebs, Herzinfarkt oder Rheumatismus kennen und zudem gegen alle im Orient verbreiteten Infektionskrankheiten resistent sind. Es ist das Volk der Hunza, welches im Pamir-Massiv im Norden Indiens lebt. Aufgrund ihrer großen Vitalität und Resistenz nennt man die Hunza "das Volk, das keine Krankheiten kennt". Im übrigen ist erwiesen, daß es ausgesprochen schwierig bis unmöglich ist, infektiöse Krankheiten zu Versuchszwecken auf Tiere – zum Beispiel Affen – zu übertragen, wenn diese noch kurz zuvor in ihrem natürlichen Lebensraum gelebt haben. Erst wenn sie eine Zeitlang im Labor gelebt, unangemessene Ernährung und medizinische Cocktails erhalten haben sowie Streß (Lärm, Kälte usw.) ausgesetzt waren, verschlechtert sich ihr Körpermilieu so weit, daß sie für übertragene Krankheitserreger empfänglich werden! Dieses traurige Beispiel zeigt gut, daß Krankheiten nicht durch Unglück oder Zufall entstehen und daß die Angst, eine Krankheit könnte uns plötzlich und grundlos "überfallen", unbegründet ist.

In einer solchen ständigen Angst vor Krankheiten können jedoch die Menschen leben, die an den Zufall glauben. Sie fühlen sich dem Zufall – und damit jeder Krankheit – hilflos ausgeliefert. Diese Angst hat jedoch, wie wir gesehen haben, keine Berechtigung. Im Grunde sind wir uns dessen durchaus bewußt. Sind wir erkrankt, so spüren wir manchmal – ohne es erklären zu können –, daß "dies wohl so kommen mußte", daß "es vorhersehbar war" oder auch, daß "es sich nur um eine logische Folge" handelt.

Selbst wenn wir revoltierend ausrufen: "Womit habe ich das denn verdient?" geben wir indirekt zu, daß die Krankheit nicht durch Zufall entstand, sondern daß wir etwas getan haben müssen, um die Krankheit, die uns befällt, zu "verdienen"

Christopher Vasey