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Der Körper als Werkzeug für die geistige Entwicklung

Die Kenntnis der in der Schöpfung verankerten Gesetzmäßigkeiten, verhilft uns dazu zu verstehen, weshalb wir für das, was im Laufe unseres Lebens noch auf uns zukommen wird, selbst verantwortlich sind. Doch wie verhält es sich mit den Dingen, die sich ganz zu Beginn unseres Lebens ereignet haben, zu einer Zeit also, als wir noch nicht in der Lage waren, bewußt Entscheidungen zu treffen und die Verantwortung dafür zu tragen? Viele Menschen werden mit einem Körper geboren, der gesundheitlich beeinträchtigt ist, was zu lebenslangen Einschränkungen und Belastungen führen kann. Sind damit nicht die Startchancen von vorneherein unterschiedlich verteilt? Und läßt sich das mit der Vorstellung von einem gerechten Schöpfer vereinbaren?

Halten wir nochmals fest, wovon bereits die Rede war: Der Mensch ist von seinem Ursprung her ein immaterieller Geist, der in einen physischen Körper inkarnierte. Über Sinn und Zweck einer Inkarnation gibt es recht unterschiedliche Ansichten. Manche machen den Zufall verantwortlich für ihre Existenz und sehen keinen erkennbaren Sinn in ihrem Leben. Andere betrachten das Erdenleben als Schule, in der dem Geist Gelegenheit geboten wird, sich durch vielfältige Erfahrungen zu entwickeln, bis er eines Tages gereift und voll bewußt in das geistige Reich – also zu seinem Ausgangspunkt – zurückkehren kann.

Da alles in der Schöpfung auf Entwicklung ausgerichtet ist, ist davon auszugehen, daß der Mensch hierbei auch keine Ausnahme ist, sein Leben also einen tieferen Sinn und ein Ziel hat. Was geschieht jedoch mit dem Menschen, der das Ende seines Lebens erreicht und stirbt, bevor er sich genügend entwickelt und vervollkommnet hat, um in seine geistige Heimat zurückzukehren? Sind alle Mühen umsonst gewesen? Oder findet er in jedem Fall Zutritt ins Paradies? Und was wird aus den Früchten seiner schlechten Taten, deren Ernte bis zu seinem Abscheiden noch nicht erfolgt ist? Wird er davon befreit, seine Verantwortung dafür aufgehoben? Diese Fragen zu bejahen, würde allen Schöpfungsgesetzen widersprechen: dem Gesetz der Wechselwirkung, da Saaten ohne Ernte blieben, dem Gesetz des Gleichgewichts, weil der unumgängliche Ausgleich fehlen würde, dem Gesetz der Bewegung, weil die Notwendigkeit eigenen Bemühens geleugnet würde, und auch dem Gesetz der Anziehung der Gleichart, weil es bedeuten würde, daß Menschen unterschiedlicher Reifegrade gemeinsam ins geistige Reich Einlaß fänden.

Wie paßt das alles zusammen?


Es gibt eine Lösung dieser Widersprüche: Wir müssen nur eines anerkennen – die Tatsache, daß der Menschengeist nicht nur einmal, sondern mehrere Male auf der Erde inkarniert. Denn wenn es überhaupt möglich ist, daß ein immaterieller Geist in einen physischen Körper inkarnieren kann, so besteht kein Grund, weshalb dies nicht auch ein zweites, ein drittes und viele weitere Male möglich sein sollte.

Reinkarnationsgegner gehen von der Vorstellung aus, daß unser Geist durch den physischen Körper zu erkennen sein müßte. Dies würde bedeuten, daß zu verschiedenen Epochen jeweils genetisch genau identische Körper gebildet werden müßten, was unmöglich ist.

Außerdem bedingt diese Vorstellung, daß unser Geist sich nicht entwickelt und daher immer dieselbe "Form" behält. Wie wir jedoch gesehen haben, drängt das Gesetz der Bewegung zur Weiterentwicklung und somit zur Veränderung. Der Geist verändert sich demnach bei jeder Inkarnation, entwickelt neue Eigenschaften und benötigt daher jeweils auch einen physischen Körper, der diesen Veränderungen Rechnung trägt.

Die Tatsache, daß der physische Körper zu der Art und dem Entwicklungsstand des Geistes passen muß, beruht auf dem Gesetz der Anziehung der Gleichart. Nur so kann der Geist seine Fähigkeiten richtig zum Ausdruck bringen. Ein lebhafter und aktiver Geist beispielsweise würde nicht in einen schwerfälligen oder schwachen Körper inkarnieren – sie würden nicht zusammenpassen und sich daher auch nicht miteinander verbinden, es sei denn, bestimmte karmische Rückwirkungen machen dies notwendig.

"Denn ihre Werke folgen ihnen nach"


In der Schule des Lebens ist für jede Klasse – für jedes Erdenleben – ein Körper nötig, der dem Lehrstoff dieser Klasse angepaßt ist. Bei jedem Übergang – dem irdischen Tod – lassen wir den bisher benutzten Körper zurück. Der physische Körper existiert nur für eine kurze Zeit, der Geist hingegen besteht fort, entweder im sogenannten "Jenseits" oder in einer weiteren Inkarnation. Die Rückwirkungen unserer vergangenen Taten, welche immer noch an unserer Seele hängen, hören nun bei unserem Tode nicht auf zu existieren. Sie folgen uns ins Jenseits, sogar in unsere nächsten Erdenleben. Darauf wird schon in der Offenbarung des Johannes hingewiesen: "… denn ihre Werke folgen ihnen nach" (Off. 14, 13).

So ist es möglich, daß während einer Inkarnation Krankheiten auftreten, die in einem früheren Erdenleben begründet sind. Natürlich folgen uns die Toxine, die sich in unserem Körper angehäuft haben, nicht von einem Leben ins andere. Unsere Einstellung, innere Haltung, unsere Fehler und Gewohnheiten nehmen wir jedoch mit, da sie Eigenschaften der unsterblichen Seele sind. Haben wir durch Fehlverhalten oder Irrtümer unseren Erdenkörper organisch geschwächt und ändert sich nichts an unserer inneren Haltung, so wird bei der nächsten Inkarnation der uns zur Verfügung gestellte neue Erdenkörper nicht völlig unbelastet sein können. Wir werden von einem Fötus angezogen, welcher die zu uns passenden Eigenschaften besitzt. Und falls dieser Körper eine Erbkrankheit aufweist, so trifft uns diese nicht als unverdienter Schlag eines blinden Schicksals oder als Folge eines genetischen Lotteriespiels, sondern weil dieser Körper in seiner Art genau zu dem Zustand unserer Seele paßt. Die leiblichen Eltern schaffen nur die Voraussetzungen, daß der fremde Geist, der bei ihnen Einzug hält, den zu ihm passenden Körper bekommt. Für den neuen Erdenbürger bietet sich damit die Chance, die Schwächen, die er in einem früheren Erdenleben entwickelte, zu erkennen und abzulegen. Solche Schwächen können eine Folge mangelnder Achtung ihrem Körper gegenüber sein, wie auch von übermäßigem Alkoholkonsum, Rauchen, Eßsucht oder dergleichen herrühren. Ein Kind ist also kein "unbeschriebenes Blatt", nur weil es am Beginn seines gegenwärtigen Erdenlebens steht. Seine Vergangenheit wird nicht ausgelöscht bei jeder neuen Geburt. Es ist nur in körperlicher Hinsicht ein Kind, sein Wesenskern ist ein schon – mehr oder weniger – entwickelter Geist. In ein voll verantwortliches Leben wird er zwar erst als Jugendlicher hineinwachsen, die Verantwortung für all sein vergangenes Tun, das noch nicht durch Rückwirkungen oder inneren Wandel gelöscht wurde, trägt er jedoch noch immer mit sich.

Diese Betrachtungsweise wird manchen empören, und er wird anführen, daß die Kranken schon Sorgen genug haben und man sie nicht noch mit solchen Erklärungen entmutigen sollte. Der Wunsch, niemanden zu beschuldigen, ist ein Merkmal unserer Zeit. Man ist bestrebt, nur ja kein schlechtes Gewissen zu erzeugen, das bei dem Betroffenen Verunsicherung hervorrufen und sein inneres Unbehagen noch vergrößern könnte. Die Frage ist allerdings: Ist die Erkenntnis des eigenen Fehlverhaltens und der damit verbundenen Verantwortung nicht das einzige, was uns zum Umdenken und einer Neuorientierung veranlassen kann, zur Abkehr von falschen Gepflogenheiten und so gesehen eine grosse Hilfe.

Haben Schmerzen einen Sinn?

zahlreichen möglichen Formen des Erlebens, und sie treffen uns genauso wie jedes andere Erleben. Körperliche Schmerzen, die von einer falschen Lebensführung herrühren, können bei dem Betroffenen ein Gefühl der Verzweiflung, der Bedrückung, der Minderwertigkeit, des Ausgeschlossen- und Verlassenseins oder der Auflehnung hervorrufen. Körperliche Schmerzen können aber auch Rückwirkungen von Empfindungen sein, die wir bei unseren Nächsten auslösten durch die Art, wie wir sie behandelt haben, sei es im Familien- oder Berufsleben. Wenn wir diese Empfindungen an uns selbst erleben, können wir erkennen, was wir anderen zugedacht hatten, und dabei leichter zur Einsicht unseres Fehlverhaltens kommen.

Die Seele formt den Körper

Daß sich seelische Mängel über eine körperliche Krankheit ausdrücken können, kommt daher, daß die Seele den Körper formt. Der Astralkörper, die dichteste unserer Seelenhüllen, ist das Modell, nach dem sich unser Erdenkörper bildet. Die Gene allein sind nicht in der Lage, einen Körper zu formen. Sie geben nur den Anstoß zur Vervielfältigung und Differenzierung der Zellen. Der Astralkörper bestimmt den Bauplan und damit die Verteilung der verschiedenen Zellarten im Körper. Um ein Bild zu benutzen: Die Gene machen den Teig der Zellen aus, während der Astralkörper ihm die Form verleiht. Schwächen des Astralkörpers – welche bedingt sind durch entsprechende seelische Schwächen – finden sich demnach unumgänglich auch auf der körperlichen Ebene.

Woran liegt es nun, daß sich eine seelische Schwäche in manchen Fällen auf seelischer und in anderen auf körperlicher Ebene manifestiert? Trotz aller individuellen Unterschiede ist zu vermuten, daß bei einem Fehlverhalten im bezug auf den Erdenkörper – zum Beispiel Bequemlichkeit, die zur Vernachlässigung des Körpers führt – die Rückwirkungen auch auf körperlicher Ebene erfolgen. Berührt ein Fehler jedoch vor allem das Seelische, so ist die Rückwirkung eher auf dieser Ebene zu erwarten. Viel hängt auch davon ab, inwieweit der Geist den Lektionen des Lebens gegenüber empfänglich ist. Rückwirkungen geistiger Art können zu fein sein, um klar als solche erkannt zu werden. Führen sie zu keiner Veränderung der inneren Haltung, so zeigen sie sich in dichteren Hüllen, zuletzt auch im Erdenkörper, wo sie unmittelbarer erlebbar werden. Diese Erlebnismöglichkeit im Gröberen, Dichteren ist eine Hilfe, denn solange wir als Menschen in Fleisch und Blut inkarniert sind, reagieren wir oft erst dann auf Rückwirkungen, wenn sie uns körperlich treffen.

Es ist allerdings eine irrige Annahme, daß körperliche Krankheiten ausschließlich geistigen Ursprungs sind und demnach allen Krankheiten seelische Schwächen oder Unzulänglichkeiten zugrunde liegen. Im Umkehrschluß würde das nämlich bedeuten, daß ein Mensch, der nie krank ist, ein guter Mensch ist. Eine solche Auffassung ist nur möglich bei einer einseitigen Beurteilung der Krankheitsursachen, deren es grundsätzlich zweierlei gibt: physische und psychische. Menschen mit schweren Charakterschwächen werden nicht unbedingt krank. Die Rückwirkungen ihres Tuns zeigen sich dann auf einer anderen Ebene.

Parallel dazu gibt es die Tendenz, jeder einzelnen Krankheit bestimmte psychische Störungen oder Mängel zugrunde zu legen. Ist zum Beispiel jemand durch eine Krankheit bedrückt, so sagt man, der Betroffene sei eine Person, die andere bedrückt. Dies kann nicht der Wirklichkeit entsprechen, denn man muss wissen daß das, was jemand während einer bestimmten Krankheit empfindet, von Mensch zu Mensch sehr unterschiedlich sein kann. Eine bestimmte Krankheit kann den einen bedrücken, den anderen jedoch in Verzweiflung stürzen, ihn aggressiv oder wütend machen, bei ihm Schuldgefühle oder andere Reaktionen auslösen, die nur der Kranke empfindet, da er der Betroffene ist und erkennen muß, was er daraus lernen kann.

Führt Erkenntnis automatisch zur Gesundung?

Oftmals werden geistige Ursachen von Krankheiten von dem Betroffenen nicht bewußt erfaßt, doch die Situation, die er erlebt, drängt ihn dazu – wenn er sich nicht gegen die Einsicht wehrt –, ein neues Verhalten anzunehmen, das sich durch die Leiden, die er ertragen muß, tief in ihm verankert. Dieses positive Verhalten tritt an die Stelle des bisherigen Fehlverhaltens. Wenn nun die Krankheitsursache beseitigt ist, sind auch keine üblen Auswirkungen mehr zu erwarten. Die Gesundung, die sich daraus ergibt, erfolgt entweder noch in demselben Leben oder – wenn es sich um eine Behinderung oder eine andere bleibende Schädigung handelt – in einem nächsten. Sind die körperlichen Beschwerden irreversibel, so können sie im Falle einer inneren Umstellung doch nachlassen und erträglicher werden, vor allem aber können die durch die Krankheit verursachten seelischen Leiden ganz verschwinden.

Die Tatsache, daß Krankheiten auch eine geistige Ursache haben können, hilft uns zu verstehen, weshalb manche Krankheiten nie ganz heilen, obwohl sehr wirksame Heilmittel verfügbar sind: In diesen Fällen sind die geistigen Ursachen noch nicht behoben.

Krankheit als Chance?

Krankheit ist das Ergebnis von Fehlverhalten und die Ursache von so manchem Leid, dennoch ist sie im Grunde nichts ausschließlich Nachteiliges – sogar im Gegenteil: In mehr als einer Hinsicht ist sie durchaus als etwas Förderliches zu betrachten. In körperlicher Hinsicht ist sie ein Anzeichen dafür, daß der Organismus sich bemüht, das Milieu von belastenden Stoffen zu befreien. Geistig verhilft sie uns dazu, uns der Fehler, die uns seelisch belasten, bewußt zu werden, damit wir uns ihrer entledigen können. Aussagen vieler Kranken lassen erkennen, wie wohltuend eine Krankheit letztlich sein kann. Für sie war die Krankheit – zumindest rückblickend – die große Chance, die ihnen dazu verhalf, ihrem Leben einen neuen, höheren Sinn zu geben. Damit wird eines klar: Unser Körper dient unserem Geist nicht nur als Hilfsmittel, um sich in der Welt der Stofflichkeit überhaupt betätigen zu können, sondern er ist zugleich ein unentbehrliches Werkzeug für unsere geistige Entwicklung. Somit haben wir allen Grund, ihn noch viel mehr zu achten, als wir dies bisher getan haben, und für sein Wohlergehen in rechter Weise zu sorgen.

Christopher Vasey

Dieser Artikel basiert sich auf den Kenntnissen der Gralsbotschaft